1. Preis

Produktions- und Bürogebäude Textilmacher, München
tillicharchitektur
Kurt Tillich

In einem Industriegebiet im Münchner Norden gelegen, beherbergt der Neubau Produktions- und Büroflächen der „Textilmacher“, einem Unternehmen im Bereich Stickerei und Textildruck. Prägendes Element ist die gefaltete Fassade und deren geometrisches Spiel mit Licht und Schatten.
Vier unterschiedliche, vorgefertigte Außenwandmodule in Sandwichbauweise und ein reduzierter und offener Grundriss ohne Hierarchien machten die Umsetzung mit kleinstem Budget möglich. Der Maßstab der großen Betonfertigteile findet sich bei den Verglasungen, den hohen Zugangstoren und dem textilen Sonnenschutz wieder. Die Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Dreifachverglasung und der Sonnenschutz werden umlaufend von der Betonschale verdeckt. Der Übergang zwischen Festverglasung und Öffnungsflügel ist jeweils in Stufenglas ausgeführt und somit in der Oberfläche nur als Fuge wahrnehmbar.
Als Gegenpol zur expressiven Fassade nimmt sich die Gestaltung im Innern zurück, um der Produktion einerseits und den Produkten im Showroom andererseits Raum zu geben. Alle Räume sind durch die Reduzierung auf wenige, aber hochwertige Materialien geprägt. Die stützenfreien Räume in allen Geschossen ermöglichen eine hohe Flexibilität und eine stetige Anpassung an die Produktionsprozesse des Unternehmens.

Integration ROMA
Die farblich eingepassten ROMA zipSCREEN Behänge konnten ohne Stoß oder Naht auf über 5 Meter Breite und 11 Quadratmeter Fläche ausgeführt werden. Der bewusste Einsatz von Flächen und Fugen zueinander ist so auch beim textilen Sonnenschutz ohne Zäsur fortgeführt und in das Konzept eingepasst.

Jurystatement
Klare Typologie, ausgewogene Proportionen und ein angemessener Fensteranteil in einer massiven Betonfassade verleihen dem Gebäude eine sympathische Normalität. Der Mehrwert des Hauses begründet sich in der plastischen Gestaltung der Außenwände. Dazu gehört auch die disziplinierte Anordnung der Fenster. Der nahtlose textile Sonnenschutz unterstützt ein lebendiges Licht- und Schattenspiel der Außenhülle rund um die Uhr.
Mit diesem funktionalen und einfachen Gebäude gelingt es dem Architekten, ein Stück Architektur mit klarer Aussage zu erschaffen.

Fotos: Michael Compensis

 

 

1. Preis

Haus Uder, München
nbundm* Architekten BDA + Stadtplaner
Jan Bohnert

Das Grundstück befindet sich nordwestlich des Nymphenburger Schlossparks in der Gartenstadt Hartmannshofen. Ab 1920 wurde hier eine Wohnsiedlung mit insgesamt 400 Anwesen als Kriegsversehrtensiedlung errichtet. Sie entstand in einem lichten Waldgebiet mit für Münchner Verhältnisse außergewöhnlich großen Grundstücken. Die so entstandenen Einfamilienhäuser weisen als wesentliches Merkmal Steildächer in verschiedenen Formen auf. Für jede Straße wurde ein einheitlicher Gebäudetyp gewählt, der sich aber vom jeweils nächsten Straßenzug unterschied. Der Entwurf gibt eine zeitgenössische Antwort auf die vorhandenen Siedlungshäuser – eine neue Interpretation dieser vor Ort verwurzelten Typologie. So wurde das Steildach nicht klassisch mit Ziegeln gedeckt, sondern mit Schindeln aus verzinktem Blech. Zudem gibt es keinen Dachüberstand mehr. Regenrinnen und Regenabflussrohre sind nicht sichtbar. Auch die Fenster wurden mit einer Fasche aus Blech mit chemischer Verwitterungsbehandlung eingefasst.
Bauherr und Architekt legten großen Wert darauf, dass das Haus mit dem Garten in Beziehung steht und die Natur ins Haus geholt wird. So wurde das Erdgeschoss als offener Raum mit verschiedenen Zonen konzipiert, der in jeder Himmelsrichtung mit dem Garten „kommuniziert“.

Integration ROMA
Durch den Einsatz der ROMA Fassadenraffstoren kann im Sommer die Sonneneinstrahlung reduziert und im Winter zur Erzielung von solaren Wärmegewinnen gesteuert werden. Die Raffstoren sind breitlamellig und passen sich optimal an die Farbgestaltung des Hauses an.

Jurystatement
Die Entscheidung, mit einem bereits vorhandenen Gebäudetypus an der Siedlung weiterzubauen, wird insgesamt positiv bewertet. Dabei gelingt es den Architekten, ein zeitgemäßes Gebäude mit hohem Wohnkomfort zu errichten. Als ein herausragendes Gestaltungselement in der einfachen Kubatur sind die Fensterelemente hervorzuheben. Verglasung, Rahmen und Sonnenschutz bilden eine sehr gut ausgedachte Einheit mit Vorbildcharakter.

Fotos: Henning Koepke, Sven Rahm

 

 

3. Preis

Haus Paladino – Wohnen/Ateliers I Berlin
Helm Westhaus Architekten
Heide Helm, Maik Westhaus

Der Baukörper nimmt mit seinem Volumen Bezug auf die städtebauliche Struktur der umgebenden Diplomatenhäuser aus dem letzten Jahrhundert und korrespondiert mit dem alten Baumbestand des Grundstücks. Im Innern gliedert er sich in drei Raumschichten: einen zweigeschossigen linken Gebäudeteil, einen dreigeschossigen rechten Gebäudeteil und den dazwischenliegenden Treppenraum. Akzentuiert werden die beiden Raum- schichten durch zwei Lufträume. Raumbreite Fenster definieren die einzelnen Zimmer. Die vierte Wand, die Außenwand, wird zugunsten der großzügigen Verglasung aufgelöst. Die Anpassung der Fensterfarbe mit dem Sonnenschutzsystem unterstreicht die angestrebte Schlichtheit des Entwurfs.
Der Holzbau vermag mit minimalem konstruktivem Mehraufwand Spannweiten zu überbrücken, die stützenfrei die Verschmelzung des Innenraums mit dem Außenraum ermöglichen. Dies wird durch das Weglassen von Stürzen über den verglasten Wänden zusätzlich unterstützt. Die kompakte Gebäudeform, der Einsatz schadstoffarmer, ressourcenschonender Materialien, die Errichtung einer Heizanlage unter Verwendung erneuerbarer Energien und regenerativer Brennstoffe, eine Passivhausstandarddämmung aus ökologischem Holzfaserdämmstoff und eine sehr gute Gebäudedichtheit bei hoher Diffusionsfähigkeit der Wände verfolgen die Strategie der Nachhaltigkeit.

Integration ROMA
Um ein wetterunabhängiges System vom Sonnenschutz zu gewährleisten, wurden ROMA Fassadenraffstoren aus Aluminium gewählt. Durch den unsichtbaren Einbau wird die Wirkung der Fassade unterstützt. Die Möglichkeit einer maximalen Verschattung ist für das hoch wärmegedämmte Haus eine wichtige Grundlage für ein behagliches Wohnklima im Sommer.

Jurystatement
Die Gestaltung des Wohnhauses überzeugt durch eine klare Kubatur und interessante Grundrisse. Die räumliche Anbindung an den Garten mit altem Baumbestand wird durch die ausgesuchten Oberflächenmaterialien gestärkt. Der unsichtbar angebrachte Sonnenschutz wird als ein Teil des Gesamtkonzepts verstanden. Es gelingt damit eine Symbiose von Architektur und technischem Ausbau, die keinerlei Einschränkung bei der Gestaltung der Außenhülle verlangt.

Fotos: Florian Profitlich, Antonio Paladino

 

 

Anerkennung

Sanierung ehemalige Trotte, Wädenswil
Dr. Schmitz-Riol Planungs GmbH
Dr. Erik Schmitz-Riol

Bei der Sanierung einer alten Weinkelter von 1753 und dem Einbau eines Konferenzraums in den ehemaligen Dachspeicher wurde ein Einbaumöbel entwickelt, das fünf verschiedene Aufgaben erfüllt: Teeküche, umlaufende Absturzsicherung, Schrankmöbel für Akten und Geschirr, Tresen für informelle Meetings sowie automatische Tür mit einem elektrischen Rollladen. Ziel der Planung war es, den Raum nicht durch Abtrennungen für die Teeküche oder einen Treppenaufgang zu stören, sondern ein niedriges Element zu kreieren, das sich wie ein dezentes Möbel in den Raum einfügt. So lässt sich das gesamte Raumvolumen ungehindert erfassen. Das Möbel ist komplett aus massiver Eiche gefertigt, das Spülbecken aus belgischem Blaustein. Die Geräte sind unsichtbar integriert. Der elektrisch betriebene Rollladen schließt den Treppenabgang ähnlich wie ein Kajüten-Abgang auf einem Boot.

Integration ROMA
Der elektrisch betriebene ROMA Aufsatzrollladen KARO/RA 2 wird als eine Art „Tür“ in das Multifunktionsmöbel integriert und ermöglicht so eine dezente und flexible Abtrennung des Konferenzraums.

Jurystatement
Ein schönes Gebäude, eine attraktive Bauaufgabe, eine kluges Ergebnis. Mit einem zentralen Alleskönner gelingt es den Architekten, ohne Eingriffe in die Bausubstanz eine komplexe Aufgabe zu lösen. Der Aufsatzrollladen als Raumteiler zeigt uns eine der vielen Möglichkeiten für den Einsatz von Produkten der Firma ROMA.

Fotos: Dr. Erik Schmitz-Riol